Bayernliga Süd: Landsberg für den TSV eine Nummer zu groß

 
Der TSV Nördlingen kassierte nach zwölf Spielen ohne Niederlage nun gegen den TSV Landsberg (mit Torschütze Maximilian Seemüller, am Ball in Schwarz) die erste Niederlage seit Oktober. Foto: Christin Rudnik

 

13.04.2026 | Quelle: Rieser Nachrichten (Klaus Jais)

Bei Aufstiegsanwärter TSV Landsberg verlieren die Rieser verdient mit 0:3. Trainer Kerscher bescheinigt dennoch einem Spieler seines Teams seine beste Leistung.

Nach zwölf Spielen ohne Niederlage (die letzte Niederlage datiert vom 3. Oktober) traf Fußball-Bayernligist TSV 1861 Nördlingen auf einen Gegner, der mit nunmehr 14 Spielen ohne Niederlage eine noch bessere Bilanz vorweisen kann. Die Rede ist vom TSV 1882 Landsberg, der mit beeindruckenden 67 Treffern den besten Angriff der Bayernliga Süd stellt. Die Lechstädter gewannen 3:0 (1:0) und sind wieder in der Spur: Nach drei Remis in Folge gewann der Bayernliga-Zweite und untermauerte seine Aufstiegsambitionen. Dafür wird am Ende der Saison wohl Platz zwei reichen, da Spitzenreiter TSV 1860 München II nicht aufsteigen darf, wenn die Erste der Löwen in der 3. Liga bleibt. Die Rieser blieben erstmals in dieser Saison zwei Spiele nacheinander ohne eigenen Torerfolg.

Nördlingens Trainer Daniel Kerscher nahm gegenüber dem vergangenen 0:0 gegen Kirchanschöring eine Änderung in der Anfangsformation vor: Anstatt Johannes Fiedler spielte erstmals in diesem Jahr Nico Schmidt von Beginn an. Für die Landsberger Gastgeber begann die Partie mit einem Schock. Nach nur zwölf Minuten war das Spiel für Torwart-Neuzugang Max Fuchs (20) schon wieder zu Ende. Ganz bitter: Der Youngster, der aus Nördlingen kam und gegen seinen Ex-Club sein Heim-Debüt im 3C-Sportpark feierte, verletzte sich bei einer Aktion außerhalb seines Strafraums schwer am linken Knie und musste nach längerer Behandlung mit dickem Verband in die Kabine geführt werden - Verdacht auf Kreuzbandriss. Der zweite Ex-Nördlinger, Benito Alisanovic, wurde im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt.

Lange Zeit blieb die Partie chancenarm. Simon Gruber bekam eine Hereingabe von Bernd Rathgeber nicht richtig unter Kontrolle und auf der anderen Seite erwies sich Lukas Bettrich als Antreiber auf der linken Außenbahn. Der erste erwähnenswerte Abschluss der Gäste ließ bis zur 26. Minute auf sich warten. Hans Rathgeber zielte genau auf Torhüter Leimeister. Der eigentliche Landsberger Stammkeeper war auch zur Stelle, als Hans Rathgeber auf Alexander Schröter spielen wollte. Mehr Gefahr ging von den Platzherren aus. Maximilian Seemüller vergab nach Zuspiel von Bettrich eine dicke Gelegenheit (32.) und bei einem Schuss von Maximilian Berwein aufs lange Eck rettete ein Abwehrbein zum Eckball (35.). In der 42. Minute endete ein gelungenes Zusammenspiel mit Ünal Tosun im 1:0. Jeton Abazi machte seinem Spitznamen „Bomber“ wieder alle Ehre und brachte die Truppe von Cheftrainer Chris Rech mit einem unhaltbaren 20-Meter-Schuss in Führung. Es war sein elftes Saisontor, damit hat der quirlige Stürmer in der Torjäger-Wertung zu Maxi Berwein aufgeschlossen. Einen höheren Pausenrückstand verhinderte Torwart Daniel Martin, der gegen den allein auf ihn zusteuernden Seemüller rettete und auch einen Schuss von Tosun parierte. Die letzte Szene der ersten Halbzeit gehörte den Gästen: Ein Zuspiel von Schröter auf Gruber, der aus der Drehung knapp vorbei zielte.

Es sollte bereits die letzte gute Torgelegenheit der Gäste gewesen sein, denn in Halbzeit zwei dominierten die Einheimischen. Bettrich ließ nach einem Zusammenspiel mit Tosun eine weitere Großchance aus (63.) ehe in der 66. Minute Seemüller für die Vorentscheidung sorgte. Vorbereiter war Mittelfeld-Routinier Ünal Tosun (33), der eine bärenstarke Leistung ablieferte. Tosun spielte bereits mit dem FC Pipinsried und Türkgücü München in der Regionalliga und sogar 42 Spiele in der 3. Liga. Tosun hatte in der 80. Minute bereits das 3:0 auf dem Fuß, das schließlich der eingewechselte Fares Ibrahim (20) nach Seemüller-Vorarbeit sechs Minuten vor dem Abpfiff besorgte. „Das war richtig stark“, freute sich Landsbergs neuer Fußball-Boss Werner Seemüller. Schiedsrichter Kevin Rösch (SF Laubendorf, Gruppe Fürth) war wenig gefordert. Er verteilte drei Gelbe Karten an die Gäste und lediglich eine an die Gastgeber.

Christoph Rech, Trainer des TSV Landsberg: „Der Sieg war hochverdient. Wir waren griffig, dominant und zweikampfstark. Wir hatten schon in den ersten 15, 20 Minuten einige Hochkaräter. Wir gingen absolut verdient mit einer 1:0-Führung in die Halbzeit. Die Gäste hatten nur eine wirklich gute Chance in der Schlussphase der ersten Hälfte. In der zweiten Halbzeit haben wir nahezu nichts zugelassen. Wir haben Qualität auch auf der Bank und das zeichnet uns aus.“

Daniel Kerscher, Trainer des TSV Nördlingen: „Wir haben heute insgesamt gegen eine sehr gute Landsberger Mannschaft verdient verloren. Einige Spieler sind heute nicht an ihr Leistungsniveau der letzten Wochen gekommen, welches wir gegen eine Top-Mannschaft wie Landsberg auswärts sicherlich gebraucht hätten. Wir hatten in der ersten Halbzeit eine sehr gute Phase mit sehr guten Spielzügen und einigen Torchancen: Hier hätten wir das Tor schießen müssen, um etwas mitzunehmen. In der zweiten Halbzeit waren wir offensiv zu harmlos. Hervorheben möchte ich Jakob Mayer: Er hat gegen die bärenstarken Tosun und Bettrich offensiv wie defensiv eine überragende Leistung gezeigt. Landsberg hatte ihn nie in den Griff bekommen. Ich bin lange sein Trainer: Heute war sein bestes Spiel, seit ich ihn kenne!“

TSV Landsberg : Fuchs (ab 15. Leimeister); Fippl, Bettrich, Sgodzaj (ab 70. Mulas), Holdenrieder, Pittrich, Reich (ab 65. Alisanovic), Tosun, Abazi (ab 60. Ibrahim), Berwein (ab 79. Kircicek), Seemüller

TSV Nördlingen : Martin; Schüler, Schmidt (ab 79. Bosch), Szabo, Taglieber (ab 73. Reicherzer), Mayer, Hans Rathgeber (ab 50. Fiedler), Gruber (ab 85. Yildiz), Schröter (ab 65. Högg), Meyer, Bernd Rathgeber

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