Bayernliga Süd: TSV vor dem nächsten Härtetest
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| Im Saisonendspurt müssen sich die Nördlinger noch einmal aufraffen, wenn es am Ende eine Platzierung im oberen und nicht eine im unteren Mittelfeld werden soll. In Grün von links: Manuel Meyer, Alexander Schröter und Simon Gruber. Foto: Dieter Mack |
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25.04.2026 | Quelle: Rieser Nachrichten
Die Rieser treffen auf das formstarke Kellerkind TSV Kottern. Was Trainer Daniel Kerscher derweil mächtig nervt.
Der Ärger ist noch nicht ganz verflogen, die nächste Aufgabe steht jedoch schon vor der Tür: Drei Tage nach dem turbulenten Auswärtsspiel in Schalding führt die Reise des TSV Nördlingen zum TSV Kottern. Die Partie in der ABT-Arena beginnt an diesem Samstag um 14 Uhr – Schiedsrichter ist Maximilian Hafeneder. Das Remis beim SVS (2:2) wirkt dabei noch nach. Vor allem die Leistung des Unparteiischen sorgt im Nördlinger Lager weiterhin für Unverständnis. „Auch nach Ansicht unserer Videoaufnahmen sind wir enorm überrascht“, erklärt Trainer Daniel Kerscher. „Selten beziehungsweise noch nie habe ich erlebt, dass ein Schiedsrichter derart Einfluss auf ein Fußballspiel nimmt.“ Im Fokus stehen dabei aus Sicht des Coaches drei konkrete Szenen: Der Elfmeter gegen seine Mannschaft, ein nicht gegebener Strafstoß für den TSV sowie die letzte Aktion der Partie, in der ein Stürmerfoul gegen den frei durchlaufenden Simon Gruber gepfiffen wurde. „Das waren klare Fehlentscheidungen.“
Trotz aller Kritik richtet Kerscher den Blick auch bewusst auf die Nördlinger Leistung. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, da wir unsere hundertprozentigen Chancen nicht genutzt haben.“ Mit dem Auftritt seiner Elf ist er dennoch zufrieden: „Respekt vor meiner Mannschaft: Die Spieler haben einen enormen Aufwand betrieben und ein flottes Spiel gezeigt.“ Doch statt des ersten Sieges seit dem 21. März verbuchten die Rieser das vierte Unentschieden aus den letzten fünf Ansetzungen. Das gilt es schnell abzuhaken. Inmitten zweier englischer Wochen liegt der Fokus laut Kerscher auf der Regeneration: „Wir besprechen den kommenden Gegner und trainieren anschließend sehr dosiert.“ Auf sein Team dürfte erneut ein intensiver Kampf warten, denn auch für den TSV Kottern geht es um das fußballerische Überleben. Der Bayernliga-Dino spielt bereits die zehnte Saison am Stück in der Südstaffel – findet sich als Tabellen-14. mit 30 Punkten im Kampf um den direkten Klassenerhalt. Seit dem siebten Spieltag steht der Vorjahressechste ununterbrochen auf einem Abstiegs- oder Relegationsrang.
Dennoch dürfte sich das Stimmungsbild bei den Kemptnern im Vergleich zu Schalding deutlich unterscheiden. Schien ein drohendes Relegationsspiel bis zuletzt alternativlos, so darf sich die Mannschaft von Trainer Andreas Maier inzwischen wieder berechtigte Hoffnungen auf den direkten Nichtabstieg machen. Grund dafür ist die aktuelle Form: Kottern hat die Punktausbeute aus der Hinrunde bereits jetzt übertrumpft. In den letzten sieben Pflichtspielen gingen sie nur einmal als Verlierer vom Platz und feierten Siege gegen die beiden direkten Konkurrenten Schalding-Heining (4:0) und Sturm Hauzenberg (3:0) sowie jüngst unter der Woche gegen Topteam Erlbach (2:0). Der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, belegt vom FC Ismaning, beträgt nur noch drei Punkte. Vier Zähler fehlen auf Schalding, das bereits ein Spiel mehr als die beiden Kontrahenten absolviert hat.
„Kottern spielt sehr körperbetont. Für die Bayernliga ist es eher ungewöhnlich, dass sie seit Jahren mit der gleichen Mannschaft auflaufen. Man kennt sich also aus vielen Duellen“, meint der TSV-Chefanweiser. Die resultierende Bilanz gestaltet sich recht ausgeglichen: In den letzten fünf Aufeinandertreffen stehen aus Nördlinger Sicht zwei Siege und drei Niederlagen zu Buche. Das Hinspiel entschieden Kerscher und Co. trotz langer Unterzahl mit 2:1 für sich. Die Schwere der Aufgabe ist dem Übungsleiter bewusst: „Mit den erfahrenen Matthias Jocham, Marco Schad und Roland Fichtl haben sie ein starkes Zentrum.“ Ersterer führt zudem mit sieben Treffern die vereinsinterne Torjägerliste an. „Eine Mannschaft mit enormer Qualität, die man sicherlich – ebenso wie den kommenden Gegner Pipinsried – nicht an der Tabelle messen darf“, so der 41-Jährige. Auch personell wird das Gastspiel in Kottern eine Herausforderung für den Tabellenneunten. Jan Reicherzer hat sich am vergangenen Dienstag, wie zuvor Hakki Yildiz, am Knie verletzt. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Fraglich sind zudem die Einsätze von Manuel Meyer und Mario Szabo. Hans Rathgeber kann weiterhin nicht trainieren und ist, wenn überhaupt, nur eine Option für einen Kurzeinsatz.







