Bayernliga Süd: Lauf des TSV hält an
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| Nördlingens Simon Gruber (links) srang hier am höchsten, ins Tor ging der Ball jedoch nicht. Foto: Dieter Mack |
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30.03.2026 | Quelle: Rieser Nachrichten (Nico Lutz)
Die Rieser holen im Duell mit Aufstiegskandidat SV Erlbach einen Punkt. Auch ein umstrittener Platzverweis bringt den TSV nicht ins Wanken.
Die Serie geht weiter. Auch im elften Spiel in Folge war der TSV Nördlingen nicht zu bezwingen. Vor 380 Zuschauerinnen und Zuschauern im heimischen Gerd-Müller-Stadion trennten sich die Gastgeber im Topspiel mit dem SV Erlbach leistungsgerecht 1:1. In einer chancenarmen und teils fahrigen Partie fehlte beiden Teams die spielerische Durchschlagskraft. Nach früher Führung verpassten die Rieser es, vor dem Seitenwechsel einen weiteren Treffer nachzulegen. Die Gäste nutzten das aus und kamen in ihrer besten Phase mit der ersten großen Chance zum Ausgleich. Ein weiteres Tor sollte auch nach dem Platzverweis gegen Alexander Schröter nicht mehr dazukommen, denn die Nördlinger ließen sich die Unterzahl nicht anmerken und sicherten sich mit einer stabilen Defensivleistung einen Zähler.
TSV-Trainer Daniel Kerscher schickte dieselbe Elf ins Rennen, die am vergangenen Wochenende einen souveränen Sieg gegen Türkspor Augsburg feierte. Und der Übungsleiter hatte – wie so oft bei Heimspielen – früh Grund zum Jubeln. Bereits nach sechs Minuten ging seine Truppe nämlich in Führung, die Vorarbeit lieferte dabei der Nördlinger Schlussmann. Daniel Martin überrumpelte die hochstehende Erlbacher Hintermannschaft mit einem Freistoß tief aus der eigenen Hälfte und fand mit seinem langen Ball Bernd Rathgeber, der plötzlich im Rücken der Abwehr völlig frei vor dem Kasten auftauchte und eiskalt in die lange Ecke einschob.
Bei Kälte, Wind und schwierigen Platzverhältnissen taten sich beide Mannschaften schwer, spielerische Akzente zu setzen. Vor allem bei den Gästen aus dem Holzland schlich sich im Spielaufbau häufig der Fehlerteufel ein. Der TSV konnte das jedoch nur bedingt nutzen: Nach einem Ballgewinn von Mario Taglieber fand der fleißige Rathgeber mit seiner Hereingabe aus aussichtsreicher Position keinen Abnehmer und der wuchtige Distanzschuss von Jens Schüler segelte über das Gehäuse. Die größte und gleichzeitig schon letzte Chance der ersten Hälfte gehörte nach einer halben Stunde Simon Gruber - fast eine Kopie des Führungstreffers. Erneut war es ein Freistoß aus der eigenen Hälfte, den Johannes Fiedler punktgenau für den sträflich allein gelassenen Gruber servierte, doch der Knipser köpfte am Tor vorbei.
Die Kerscher-Elf positionierte sich folglich etwas tiefer, Erlbach musste sich jedoch bis zur zweiten Hälfte gedulden, ehe der Tabellenfünfte seinen ersten Abschluss verzeichnen konnte. Nach einer kurzen Eckenvariante war der Versuch von David Vogl in der 48. Minute jedoch leichte Beute für Daniel Martin. Die Partie nahm nun etwas Fahrt auf: Bernd Rathgeber bekam aus zentraler Position keinen Druck hinter seinen Schuss (53. Minute) und nach einer abgefälschten Flanke von Alexander Schröter spitzelte Simon Gruber den Ball vorbei an Torhüter und Tor (56.). Auf der anderen Seite köpfte Levin Ramstetter nach einer scharf getretenen Ecke von Maximilian Sammereier deutlich daneben.
Die Standards von Sammereier sollten nach etwas mehr als einer Stunde für den Ausgleich sorgen: Seinen Freistoß aus 22 Metern konnte Martin noch stark parieren, doch bei der anschließenden Ecke war Nördlingens Nummer eins machtlos. Die halbhohe Hereingabe rutschte an den zweiten Pfosten durch, wo Benjamin Schlettwagner aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste.
Erlbach spielte nun etwas entschlossener, die Rieser fanden in dieser Phase aufgrund von schnellen Ballverlusten nur wenig Zugriff. Zu allem Überfluss agierten sie ab der 70. Minute in Unterzahl: Alexander Schröter kam im Zweikampf zu spät und kassierte dafür von Schiedsrichter Ilirjan Morina die zweite Gelbe Karte. Den ersten Karton hatte er früh in der Partie für vermeintlich harmloses Meckern gesehen - eine sehr harte Entscheidung. In einer von Fouls und Hektik geprägten Schlussphase gestalteten die Nördlinger auch zu zehnt eine ausgeglichene Partie. Die letzte Möglichkeit besaß der eingewechselte Erlbacher Milos Lukic, der in der 82. Spielminute einen zweiten Ball volley am Tor vorbeisetzte. Keine der beiden Mannschaften war bereit, das ganz große Risiko einzugehen, sodass am Ende eine Punkteteilung stand, mit der beide Teams leben konnten.
Daniel Kerscher, Trainer TSV Nördlingen: „Ein insgesamt sehr gutes, schnelles und kampfbetontes Bayernligaspiel. Wir waren sehr gut auf das Tempo und die Körperlichkeit von Erlbach eingestellt und von Anfang an da. In der ersten Hälfte waren wir klar die bessere Mannschaft und hätten vielleicht noch ein Tor nachlegen müssen. Die 15 Minuten nach der Halbzeit waren wir zu passiv. Die Gelbe Karte gegen Schröter war aus meiner Sicht keine gelbe, weshalb die Gelb-Rote dann umso bitterer war. Trotzdem waren wir danach noch die aktivere Mannschaft. Respekt vor meinem Team, welche Power wir trotz Unterzahl noch auf den Platz legen konnten.“
Lukas Lechner, Trainer SV Erlbach: „Wir sind mit dem Punkt zufrieden. Für die Zuschauer war es kein schönes Spiel. Mit unserer ersten Halbzeit waren wir überhaupt nicht glücklich, in der zweiten wurde es etwas besser. Der Platz war schwer zu bespielen, Nördlingen war eklig gegen den Ball und hat uns das Leben schwer gemacht. Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Zähler verdient, mit der Leistung sind wir aber nicht happy.“
TSV Nördlingen: Martin, B. Rathgeber (74. Reicherzer), Fiedler, Gruber, Meyer (84. Högg), Schüler, H. Rathgeber, Schröter, Szabo, Taglieber, Mayer
SV Erlbach: Becherer, Linhart (46. Vogl), Fischer, Obermeier, Schlettwagner, Duxner (69. Hefter), Sammereier, Thiel, Wiedl (61. Lukic), Ramstetter (61. Hager), Hahn







