Bayernliga Süd: Simon Gruber schießt den TSV ins Glück
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Sahin Bahadir (in Rot-Weiß) schirmt den Ball vor Simon Gruber ab. Foto: Klaus Jais |
09.03.2026 | Quelle: Rieser Nachrichten (Klaus Jais)
Vier Tore schenkt der TSV-Topstürmer Türkgücü München allein ein beim 5:0-Auswärtssieg. Dabei tun sich die Rieser anfangs schwer.
Der TSV Nördlingen hat seine im November durch die Winterpause abrupt unterbrochene Erfolgsserie fortgesetzt und beim Bayernliga-Schlusslicht Türkgücü München mit 5:0 gewonnen. Es war nicht nur der höchste Saisonsieg, es war auch im 20. Spiel das erste Spiel ohne Gegentor. Vier der fünf Tore erzielte Simon Gruber, der sich damit auf 19 Saisontore verbesserte. Der 29-jährige Stürmer erzielte drei der vier Tore per Kopfball, und die TSV-Oberen wären gut beraten, dieses Torjuwel unbedingt auch für die nächste Saison an den TSV zu binden.
Die Gastgeber hatten in ihrer Anfangsformation gerade mal noch vier Spieler, die auch beim Hinspiel im August vergangenen Jahres mitwirkten. Türkgücü waren von Beginn an bestrebt, in Führung zu gehen: Attila Arkadas zwang bei einer scharfen Hereingabe TSV-Torwart Daniel Martin zum Nachfassen (4.). Die Gastgeber störten frühzeitig und unterbanden so etwaige Angriffe der Rieser, die dennoch zu einer guten Torchance durch Gruber kamen, der noch nicht traf (7.). Martin hatte in den ersten 20 Minuten dreimal so viel Ballkontakte wie sein Gegenüber Leon Walch.
Nach einer Viertelstunde gab es die nächste gute Offensivszene der Gastgeber, doch der Linksschuss von Fernando Herodes flog nur um Zentimeter am Pfosten vorbei. Nördlingen spielte in der ersten halben Stunde zu ungenau und zu überhastet nach vorne, was die Gastgeber immer wieder in Ballbesitz brachte. Ein Vorstoß von Manuel Meyer brachte Gefahr, aber es fehlte noch der kontrollierte Abschluss (27.).
In der 31. Minute konnten die Rieser erstmals jubeln: Eine gefühlvolle Flanke von Hans Rathgeber landete auf dem Kopf von Gruber, der von vier Münchnern umzingelt war – 0:1. Ein starker Schuss von Matija Radonjic flog auf der anderen Seite nur knapp vorbei (35.), doch in der 39. Minute erhöhten die Rieser sehenswert auf 2:0. Hans Rathgeber spielte eine Ecke kurz auf seinen Bruder Bernd und der zirkelte den Ball vors Tor, wo Gruber mit dem Hinterkopf zur Stelle war. Eine Riesenchance zum 0:3 ließ Bernd Rathgeber noch vor dem Seitenwechsel liegen.
Die zweite Hälfte begann mit einer guten Tormöglichkeit von Patrick Högg, doch er zielte vorbei. Auch Grubers Kopfball nach einer Flanke von Manuel Meyer verfehlte knapp sein Ziel.
Auf der Gegenseite zielte Radonjic aus 16 Metern über das Tor (52.). In der 55. Minute fiel fast schon die Vorentscheidung durch das dritte Tor von Gruber, wieder per Kopfball. Zehn Minuten später ließ Gruber sein Saisontor Nummer 19 folgen, als er einen Elfmeter sicher verwandelte. Der eben erst eingewechselte Julian Bosch war klar von Kapitän Burhan Bahadir gefoult worden.
Bahadir ging in der 78. Minute wieder grob zur Sache und sah dafür die Ampelkarte. Schiedsrichter Peter Frank (Gruppe Erlangen) verhängte letztlich sechs Gelbe Karten gegen Türkgücü, aber nur eine gegen den TSV (Mario Szabo). In der 83. Minute lag bereits das 0:5 in der Luft, doch Torwart Leon Walch konnte einen Distanzschuss von Bosch sicher abfangen. Bosch hatte eine weitere auffällige Szene, als er in der 86. Minute Bernd Rathgeber exakt bediente und der Reimlinger sein erstes Saisontor erzielte.
Rainer Elfinger, Trainer von Türkgücü München: „In der ersten Halbzeit hat uns komplett ein Tor gefehlt, das war unser Problem. Wir waren nicht nur 20 Minuten am Drücker, sondern die erste Halbzeit hat uns gehört. Wir haben vieles richtig gemacht, aber im letzten Drittel haben wir den letzten Pass nicht genau gespielt oder den Abschluss oft zu spät gemacht. Im Gegensatz dazu der Nördlinger Simon Gruber, der aus gar nichts drei Tore macht. Nach dem Platzverweis war das Spiel entschieden, da kannst du auch nichts mehr anschieben. Wir haben letztlich das Spiel einigermaßen sauber zu Ende gespielt.“
Daniel Kerscher, Trainer des TSV Nördlingen: „Ich hatte vor dem Spiel ein ungutes Gefühl, weil man gegen ein Schlusslicht nur schlecht aussehen kann und weil es das erste Spiel nach der Winterpause war. In den ersten 15 Minuten wurde mein Gefühl bestätigt, denn die Heimelf gab richtig Gas und ließ uns nicht zur Entfaltung kommen. Mit zunehmender Spieldauer wurden wir immer sicherer und bekamen das Spiel in den Griff. Mit zwei Toren vor Seitenwechsel belohnten wir uns für den Aufwärtstrend. Spätestens mit dem 0:4 war das Spiel entschieden. Der Sieg war schließlich auch in dieser Höhe verdient.“
Türkgücü München: Walch; Sahin Bahadir, Burhan Bahadir, Reis (ab 80. Güzelarslan), Radonjic (ab 73. Doman), Sahin, Herodes (ab 46. Dosi), Sanawar, Ljubicic, Arkadas, Hassirou (ab 46. Tauber)
TSV Nördlingen: Martin; Fiedler, Schüler, Hans Ratgeber, Szabo (ab 72. Schmid), Taglieber, Mayer (ab 69. Reicherzer), Bernd Rathgeber, Högg (ab 63. Bosch), Meyer (ab 77. Schröter), Gruber (ab 77. Yildiz)







