Bayernliga Süd: Auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer
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Zweikampf zwischen Löwen-Kapitän Xaver Kiefersauer (in Blau) und Jonathan Grimm. Im Hintergrund von links Felix Käser, Mario Taglieber und Hans Rathgeber. Foto: Klaus Jais |
31.03.2025 | Quelle: Rieser Nachrichten (Klaus Jais)
Beim TSV 1860 München II hält der TSV Nördlingen stark dagegen und hat mehr Chancen, doch am Ende gewinnen die Junglöwen 2:0. Besonders ein Spieler fällt dabei auf.
Der TSV 1860 München II hat mit einem 2:0 (2:0)-Sieg über den TSV 1861 Nördlingen die Tabellenführung in der Bayernliga Süd behauptet. Die Rieser erwiesen sich auf dem Gelände des TSV Gilching (Landkreis Starnberg) als ebenbürtiger Gegner mit einem Plus an Torabschlüssen. Die Münchner bleiben damit die einzige Mannschaft der Liga ohne Heimniederlage, während die Gäste schon das dritte Spiel in Folge sieglos blieben.
„Uns erwartet die Königsaufgabe beim Tabellenführer. Ich denke, das ist mit Abstand das schwerste Auswärtsspiel, das einen aktuell erwarten kann. Noch dazu, weil wir personell echt aus dem letzten Loch pfeifen“, sagte Nördlingens Abteilungsleiter Andreas Langer vor der 14. Auswärtsaufgabe. Gegenüber dem 0:0 gegen Ismaning gab es eine Änderung in der Startelf: Alexander Schröter spielte anstatt Julian Bosch. Die Rieser waren von Beginn an hellwach, denn bereits in der ersten Minute musste Mirko Puscher feststellen, dass mit Erion Avdija ein wirklich guter Torhüter zwischen den Pfosten stand. Der 20-jährige Zerberus lenkte auch einen 25-Meter-Hammer von Hans Rathgeber über die Latte (5.) und ein weiterer Schuss von Rathgeber bereitete dem Keeper der Junglöwen weniger Probleme.
Nördlingen war zu Beginn des Spiels präsenter als die Gastgeber, fand sofort mit seiner physischen Spielweise in die Partie und gewann zunächst die Zweikämpfe. Als sich zwei Spieler der Einheimischen uneinig waren, schnappte sich Jan Reicherzer die Kugel, zielte aber aus 18 Metern knapp drüber (11.). Erst nach knapp einer Viertelstunde fanden die Sechzger Antworten auf die Spielweise des Gegners, verkürzten die Abstände und gewannen vor allem die zweiten Bälle. Daraus resultierte auch das 1:0: Im Anschluss an einen Einwurf von der linken Seite flankte Moritz Rem in die Mitte, der Ball wurde zu kurz abgewehrt. Raphael Wach kam an die Kugel, schloss knapp hinter der Strafraumgrenze ab und erzielte mit einem satten Flachschuss sein zweites Saisontor (19.).
Die Gäste waren aber weiterhin präsent: Eine exakte Puscher-Flanke köpfte Reicherzer in die falsche Richtung (29.) und Puscher war es auch, der eine Großchance zum 1:1 einleitete: Über Schröter kam das Spielgerät zu Mario Taglieber, dessen Schuss Torwart Avdija klasse zur Ecke lenkte (40.). Statt 1:1 stand es zur Pause 2:0, das aus einer ähnlichen Situation entstand wie das 1:0. Einen Freistoß von Ivan Martinovic von der linken Seite machte Noah Klose im Zentrum mit dem Rücken zum Tor fest, legte nach hinten auf Arin Garza ab, der halbrechts von der Strafraumkante ins lange Eck traf (44.). Kritischer Kommentar eines der 80 Zuschauer an die Adresse von Torwart Florian Rauh: „So einen kann man auch mal halten.“
In der zweiten Halbzeit dominierten zunächst die Gäste aus Schwaben, kamen zu zwei klaren Chancen, bei denen Keeper Erion Avdija sein ganzes Können aufbieten musste, um sein Team im Spiel zu halten. Zum einen parierte er einen kernigen Schuss von Puscher (50.) und rettete dann gegen Grimm nach einer Kombination über Puscher und Schröter (55). Nach dieser Phase übernahmen wieder die kleinen Löwen die Kontrolle. Insbesondere der eingewechselte Philip Kuhn erwies sich als Wirbelwind. Als er schneller unterwegs war als Paul Rauser kam er durch einen kleinen Schubser des TSV-Verteidigers etwas aus dem Tritt und setzte den Abschluss ans Außennetz (75.). Auf der anderen Seite eine Großchance von Schröter, doch der überragende Avdija machte sich enorm breit und Reicherzer zielte aus relativ guter Schussposition vorbei.
Auch der sehr umtriebige Rathgeber verfehlte mit einem Distanzschuss knapp das Kreuzeck (80.). Natürlich: Auch das 3:0 war möglich, doch Finn Fuchs zielte aus 20 Metern über das Tor (81.) und Kuhn lief aus abseitsverdächtiger Position auf Torwart Rauh zu, schoss aber ebenfalls zu hoch (85.). Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste bereits in Unterzahl, da Rauser wegen wiederholten Foulspiels von Schiedsrichter Marlon Weid (TSV Burgfarrnbach) die Ampelkarte erhalten hatte (82.). Selbst in Unterzahl ergaben sich noch Chancen durch Rathgeber (nach Schröter-Zuspiel) und nach einem Schröter-Sololauf.
Felix Hirschnagl, Trainer des TSV 1860 München II: „Es war ein Spiel auf Augenhöhe, in der beide Mannschaften ihre Phasen hatten. Nördlingen hatte die Möglichkeit, das 2:1 und 2:2 zu erzielen. Torwart Erin Avdija hat uns mit seinen Paraden super im Spiel gehalten und letztlich den Arsch gerettet. Es waren aber auch gute Chancen zum 3:0 vorhanden. So blieb es beim 2:0, aber aufgrund der ersten Hälfte war der Sieg verdient. Ein Sonderlob für Finn Fuchs, Nathan Winkler und meinen Keeper Erion Avdija.“
Daniel Kerscher, Trainer des TSV Nördlingen: „Erst einmal großen Respekt vor beiden Mannschaften: Taktisch und technisch von beiden Teams ein sehr gutes Bayernliga-Spiel. Die junge Mannschaft von Sechzig steht völlig verdient auf dem ersten Tabellenplatz. Wir haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht, viele Torchancen herausgespielt, aber in den entscheidenden Szenen das Nachsehen gehabt, weshalb wir dann trotz guter Leistung ohne Punkte nach Hause fahren. Hervorzuheben ist auf unserer Seite sicherlich Hans Rathgeber, der trotz längerer Krankheit und Verletzung ein hervorragendes Spiel gemacht hat.“
TSV 1860 München II: Avdija; Martinovic (ab 58. Karl), Noah Klose (ab 71. Kuhn), Winkler, Kiefersauer, Benede Aquayo, Rem, Wach (ab 58. Jägerbauer), Garza, Fuchs, Leone
TSV 1861 Nördlingen: Rauh; Käser, Rauser, Schmidt, Mayer (ab 65. Mielich), Grimm, Puscher (ab 90.+2 Luis Schüler), Reicherzer (ab 87. Reichert), Rathgeber, Taglieber, Schröter