Bayernliga Süd: TSV Zu Gast bei bissigen Löwen

 
Nördlingens Topstürmer Alex Schröter (in Grün) kehrt zum Spiel gegen 1860 München II in den TSV-Kader zurück. Er soll den zuletzt lahmenden Sturm wieder beflügeln. Foto: Szilvia Izsó

 

24.03.2025 | Quelle: Rieser Nachrichten (Nico Lutz)

Fußball-Bayernliga: Tabellenführer 1860 München II hat einen furiosen Start hingelegt. Der TSV Nördlingen will sich aber nicht verstecken, zumal ein wichtiger Mann zurückkehrt.

Der TSV Nördlingen reist zum fünften und letzten Spiel im März in die Landeshauptstadt. Angepfiffen wird die Partie gegen den TSV 1860 München II an diesem Samstag im Stadion Gilching um 14 Uhr. Die Löwen sind der klare Favorit, doch ein wichtiger Rückkehrer dürfte Anhängern der Nördlinger Hoffnung machen.

Bereits in der neunwöchigen (!) Vorbereitung gelang den Junglöwen Coup um Coup, die Mannschaft von Trainer Felix Hirschnagl schoss die Ligarivalen Landsberg und Kottern ab und setzte sich zur Krönung gegen einen Drittligisten durch. Ganz zur Freude der Fans der „Sechzger“ – oder etwa nicht? Zumindest dürfte letzterer Sieg bei der treuen Anhängerschaft für gemischte Gefühle gesorgt haben, denn man hatte nicht irgendeinen Drittligisten bezwungen. Nein, es war die eigene erste Mannschaft, die in einem Test über zweimal 25 Minuten eine peinliche und obendrein verdiente 0:1-Niederlage hinnehmen musste.

Doch im Nachhinein stellte sich das vereinsinterne Duell als Win-win-Situation heraus: Ein Weckruf für die einen und noch mehr Selbstvertrauen für die anderen. Während die vermeintliche Profimannschaft seither in vier ungeschlagenen Partien wichtige Zähler im Abstiegskampf der dritten Liga sammelte, untermauerte die U21 eindrucksvoll die Tabellenführung in der Bayernliga Süd. Nach dem torlosen Unentschieden zum Auftakt in Memmingen bejubelten die Junglöwen einen 6:0-Kantersieg gegen den direkten Konkurrenten Deisenhofen.

Weniger glücklich war Nördlingens Trainer Daniel Kerscher mit dem letzten Auftritt seiner Mannschaft gegen Ismaning (0:0): „Damit waren und sind wir absolut nicht zufrieden. Unabhängig von den fehlenden Stammkräften war das Spiel viel zu träge. Offensiv konnten wir kaum Torchancen kreieren“, so der Coach. „Man merkt, dass viele Spieler die Vorbereitung teilweise nur zu einem Drittel mitmachen konnten. Dadurch fehlt uns aktuell unsere gewohnte Power nach vorne.“ Mit 37 Punkten steht der TSV auf Rang acht, der kommende Gegner hat genau zehn Zähler mehr auf dem Konto. „Eine extrem junge, hungrige und spielstarke Mannschaft. Die Ergebnisse in der Vorbereitung sowie in den Punktspielen sprechen natürlich für sich“, so Kerscher über die Münchner.

An das Hinspiel dürfte sich der 39-Jährige gerne zurückerinnern, immerhin fügten die Rieser den blutjungen Sechzgern ihre erste Saisonniederlage zu (2:1). Ein robustes und effizientes Auftreten war damals gegen die technisch starke, aber körperlich schwächere Löwen-Mannschaft der Schlüssel zum Erfolg. Eigenschaften, die erneut ausschlaggebend sein werden, wie Kerscher erläutert: „Natürlich kommt es auf die Zweikämpfe an. Wir müssen die Räume eng halten und präsent in den Zweikämpfen sein. Wir dürfen die technisch top ausgebildete Mannschaft nicht ins Spielen kommen lassen.“ Trotz der starken Verfassung des Gegners und den eigenen Personalsorgen inklusive dreier siegloser Partien zeigt sich der Übungsleiter mutig: „Wir müssen uns aber auch nicht verstecken: Wir stellen mit Alex Schröter den zweitbesten Stürmer sowie insgesamt den drittbesten Angriff der Liga“, erklärt er, und ergänzt: „Auf einen offensiven Schlagabtausch würde ich allerdings gerne verzichten.“ Möglich ist das jedoch allemal, denn 1860 II stellt mit 49 Treffern den gefährlichsten Angriff der Spielklasse. Nördlingen erzielte drei Tore weniger, 14 davon gehen auf das Konto von Schröter. Ihm gegenüber steht Cristian Leone. Der 20-Jährige bejubelte in seiner ersten Spielzeit im Herrenbereich bereits zwölf Tore, eines davon im Hinspiel in Nördlingen.

Kerscher darf sich über die Rückkehr seines Toptorjägers freuen. Alex Schröter verpasste die Partie gegen Ismaning beruflich bedingt, danach war er krank. Julian Bosch hat das Abschlusstraining der Rieser nur teilweise bestritten, sein Einsatz bleibt fraglich. „Ansonsten wird es der gleiche Kader wie vergangene Woche“, kündigte Kerscher an. Sein Gegenüber Felix Hirschnagl wird seine Nummer eins Erion Avdija zurück begrüßen. Der Kosovar war mit der heimischen U21-Nationalmannschaft auf Länderspielreise, kam jedoch nicht zum Einsatz. Dennoch gehört er zu den heißesten Personalien bei den Junglöwen, in neun seiner 18 Partien zwischen den Pfosten hielt er die Null. Seit dem vergangenen Sommer ist er Teil des Profikaders.

„Wenn ich in der U21 spiele, trainiere ich den Tag zuvor dort mit, ansonsten bei den Profis“, berichtet der nur 1,80 Meter große Schlussmann auf der Vereinshomepage. Im Januar nahm Avdija an einem Perspektivlehrgang der kosovarischen A-Nationalmannschaft teil, für die U21-Auswahl des Kosovo lief er bislang zweimal auf. Mit Sean Dulic hat in der laufenden Saison bereits ein Nachwuchsspieler den Sprung zu den Profis geschafft. Der Innenverteidiger spielte die Vorrunde – so auch gegen Nördlingen – bei der Reserve und ist nun in der dritten Liga gesetzt. Im Jahr 2025 hat er erst ein Drittliga-Spiel verpasst.

TPL_BEEZ2_ADDITIONAL_INFORMATION

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok