Bayernliga Süd: Nächster Test für Nördlingens Talente
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Jan Mielich, hier in Grün bei einem Einsatz für Nördlingen II gegen Hollenbach, hatte in Heimstetten seinen ersten Startelf-Einsatz in der Bayernliga. Auch gegen Ismaning dürften er und weitere Talente gefordert sein. Foto: S. Izsó |
22.03.2025 | Quelle: Rieser Nachrichten
Dem TSV fehlen im Heimspiel gegen den FCI weiterhin viele Leistungsträger. Für einige aufstrebende junge Spieler wird das zur Chance.
Nach zwei Niederlagen in Folge mit insgesamt neun Gegentoren möchten die Fußballer des TSV Nördlingen wieder in die Erfolgsspur wechseln. Beim zweiten Heimspiel in diesem Jahr gastiert an diesem Samstag (letztmals um 14 Uhr, Gerd-Müller-Stadion) der FC Ismaning. Das Hinspiel ging mit 2:1 an die Oberbayern, wie überhaupt die Bilanz der letzten acht Spiele für die Gäste spricht. Nur zwei Siege für den TSV stehen zu Buche, der einzige Heimsieg gegen Ismaning datiert vom 8. September 2018.
Die Nördlinger Gastgeber liegen mit 36 Punkten auf Platz acht, die Gäste belegen mit 27 Punkten den zwölften Platz, haben aber nächsten Mittwoch ein Nachholspiel in Kottern zu bestreiten. Die 27 Punkte verteilen sich auf 15 Heim- und zwölf Auswärtspunkte. Mit nur 19 erzielten Toren hat der FCI den schwächsten Angriff der Liga, andererseits sind nur 28 Gegentore der fünftbeste Wert der Liga. Während die Rieser in der Fairnesswertung den zweiten Platz einnehmen, sind die Ismaninger in dieser Wertung Vorletzter.
Der FCI hatte mit Alessandro di Rosa (der Linksverteidiger kam vom Regionalligisten Türkgücü München) und Ensar Skrijelj zwei Neuzugänge während der Winterpause. Skrijelj wurde in der Jugend des FC Ismaning ausgebildet und spielte dann für drei Vereine (Memmingen, Heimstetten, Hannover 96 II) in der Regionalliga. Nun holten die Ismaninger den vereinslosen Angreifer nach Hause zurück.
Beim Auftakt in das neue Fußballjahr 2025 unterlag der FCI gegen den FC Deisenhofen 0:2. Dabei hatte Ismaning nach der langen Pause vor allem die Anfangsphase verschlafen. Dank Toren von Michael Vodermeier (4.) und Jan Krettek (13.) konnten die Gäste aus Deisenhofen das Spiel bereits früh für sich entscheiden. Ismanings Trainer Xhevat „Jacky“ Muriqi hat eben keine Tormaschine in seinem Kader. Er hofft nun auch auf Lerneffekte aus der Niederlage: „Nur mit Schönspielerei alleine gewinnst du die Spiele nicht. Und diese ersten 20 Minuten waren ein absolutes No-Go.“ Die Offensivschwäche spiegelt sich in der Torschützenliste wider, denn mit nur fünf Treffern (davon zwei Elfmeter) liegt Kaan Aygün an erster Stelle vor Meriton Vrenezi (4 Tore) und Alessio Thies (3).
Nördlingens Trainer Daniel Kerscher blickt auf die höchste Saisonniederlage (1:6 in Heimstetten) vom vorigen Wochenende zurück: „Die Niederlage möchte ich gar nicht auf unsere aktuelle Personalsituation schieben. Wir haben Heimstetten immer wieder durch individuelle Fehler zu Toren eingeladen. Dass wir nach acht Minuten bereits 0:2 hinten waren, hat Heimstetten natürlich in die Karten gespielt. Sie haben uns das Spiel überlassen und uns immer wieder ausgekontert.“ Man habe das Spiel in der zweiten Hälfte möglichst lange offenhalten wollen, sich dann aber gleich nach dem Anpfiff das 4:1 eingefangen, „dem übrigens ein klares Foulspiel an Julian Bosch vorausging“, wie Kerscher betont. Danach sei schwer gewesen, wieder zurückzukommen.
Es sei dennoch ein Blick auf das Aufgebot in Heimstetten gestattet. Mit Schröter, Gruber, Meyer und Luis Schüler fehlten vier Offensivspieler. Stattdessen standen Bayernliga-Frischlinge auf dem Platz: Jan Mielich wurde bisher fünfmal eingewechselt, gegen Heimstetten stand er zum ersten Mal in der Startelf. Luca Hopfauf (21) wurde bisher ebenfalls fünfmal eingewechselt. Sein bisher längster Einsatz waren vier Minuten, in Heimstetten spielte er 20 Minuten. Luka Pesut (24) spielte in früheren Saisons auch schon Bayernliga; in dieser Saison wurde er verletzungsbedingt erst zum zweiten Mal eingewechselt. Und Thomas Schmid wurde überhaupt erst zum ersten Mal in der Bayernliga eingewechselt.
Coach Kerscher sagt über seine Youngster: „Jan Mielich hat sich den Startelf-Einsatz durch Einsatz im Training und der U23 verdient. Er entwickelt sich gut, hat Biss und Tempo. Luca Hopfauf trainiert ebenso wie Jan Mielich seit September bei der ersten Mannschaft, sammelt in der U23 Spielpraxis. Er soll ebenso wie Jan Mielich an die erste Mannschaft herangeführt werden. Thomas Schmid hat großes Talent als Außenverteidiger und spielt eine super Saison in der U23.“ Die personelle Situation hat sich derweil nicht entspannt, im Gegenteil: „In der Trainingswoche fehlten uns berufsbedingt einige Spieler. Hinzu kam, dass die Grippewelle weiter durch die Mannschaft geht. Es waren teilweise lediglich zehn Spieler im Training“, berichtet Kerscher.
Ausfallen wird definitiv Manuel Meyer, der sich seit dem Erlbach-Spiel mit Leistenproblemen herumschlägt. Außerdem wird Alexander Schröter wahrscheinlich berufsbedingt fehlen. Wer von den kränklichen Spielern überhaupt einsatzfähig ist und wie lange, wird sich erst am Samstag zeigen. Trainer Kerscher meint abschließend: „Wir haben aktuell absolut keinen Druck. Wir müssen die aktuelle Lage realistisch einschätzen und dürfen nicht den Fehler machen, die Spieler, die jetzt ihre ersten Bayernligaminuten sammeln, unter Druck zu setzen. Mit Gruber und Schröter fehlen uns insgesamt 23 geschossene Tore. Aktuell sterben wir ein bisschen in Schönheit. Wir müssen wieder Fußball arbeiten, schönen Fußball spielen kommt dann wieder von selbst.“