Bayernliga Süd: Chancenwucher - TSV trifft einfach nicht

 
Der TSV Nördlingen (mit Manual Meyer, rechts) verlor aus gegen den FC Ismanging. Foto: Karlheinz Geiger

 

13.05.2024 | Quelle: Rieser Nachrichten (Klaus Jais)

Die Bayernliga-Kicker bereiten Trainer Karl Schreitmüller nicht den erhofften Abschied, gegen Ismaning steht es am Ende 0:2.

Fünf Heimspiele bestritt Fußball-Bayernligist TSV Nördlingen in diesem Jahr. Drei endeten unentschieden, zwei wurden verloren. Auch im letzten Heimspiel dieser Saison gegen den FC Ismaning gelang der erste Heimsieg im Jahr 2024 nicht. Im Gegenteil: Die Oberbayern gewannen 2:0 (0:0) dank eines TSV, der im ersten Durchgang klarste Gelegenheiten liegen ließ und der beim Treffer zum 0:1 Hilfestellung leistete.

Gegenüber dem 6:2-Sieg in Garching nahm TSV-Trainer Karl Schreitmüller drei Änderungen in der Startelf vor: Für Maksimovic, Mayer und Schmidt spielten Meyer, Schröter und Trautwein von Beginn an. In der ersten Halbzeit herrschte Einbahnstraßenfußball. Simon Gruber vergab nach einer Flanke von Jonathan Grimm eine erste Gelegenheit (7.), und drei Minuten später schloss Manuel Meyer einen von Luca Trautwein eingeleiteten und von Gruber weitergeleiteten Angriff mit einem Linksschuss ab, den jedoch Torwart Lorenz Becherer sicher parierte. Nach zwölf Minuten eine erste Chance für Ismaning, doch Robert Rohrhirsch zielte drüber. Die Intensität der TSV-Chancen steigerte sich: Mirko Puscher zielte aus vollem Lauf ebenfalls über das Gehäuse (12.), und das Prädikat hochkarätig hatte die Gelegenheit von Gruber, der das Spielgerät von Alexander Schröter in den Lauf serviert bekam, aber sein Flachschuss am langen Pfosten vorbeihuschte (14.).

Nach 20 Minuten vergab Gruber eine ähnlich dicke Chance von der anderen Seite. Der Reigen der TSV-Chancen setzte sich durch Puscher fort, der von Trautwein die Kugel erhielt, aber Torwart Becherer lenkte den Schuss ans Außennetz. Der Eckball landete über Umwege bei Gruber, dessen Schuss aus acht Metern wurde aber geblockt. Nach einer halben Stunde erstmals Arbeit für TSV-Torhüter Daniel Martin, als Daniel Bux eher zufällig zum Abschluss kam. Als Trautwein ein Fehlpass auf Leon Bucher unterlief, konnte dieser mit der unverhofften Chance nichts anfangen. Ein ähnliches Szenario auf der anderen Seite: Gianluca Wild spielte einen Fehlpass auf Meyer, doch der zielte über das Tor (39.). Die letzte Szene der ersten Hälfte gehörte den Gästen, doch Paul Rauser grätschte gegen Cem Cevizci im entscheidenden Moment (43.).

Nach Wiederanpfiff kamen die Platzherren einfach nicht in die Gänge. Aber auch die Gäste betrieben wenig Aufwand für einen Torerfolg. In der 64. Minute kamen ihnen dabei TSV-Torwart Martin und Nico Schmidt entgegen: Der eingewechselte Schmidt wollte 20 Meter vor dem Gehäuse gerade zum Abwehrschlag ausholen, als ihm Torwart Martin „Leo“ entgegenrief, was so viel bedeutet wie: „Bleib stehen, ich habe den Ball“. Der Ball hüpfte auf dem harten Untergrund jedoch über den TSV-Keeper, der die Hände nicht zu Hilfe nehmen durfte. FCI-Spieler Rohrhirsch beförderte die Kugel schließlich ins verlassene Tor (64.).

Das Tor beflügelte die Gäste, denn bereits zwei Minuten später musste Torwart Martin gegen Flügelflitzer Adam Zouaidi klären. Weitere zwei Minuten später das 0:2: Diesmal erhielt Zouaidi einen Querpass von Cem Cevizci in den Lauf serviert und diesmal überwand der 18-Jährige den TSV-Torsteher mit einem unhaltbaren Schuss. Beinahe sogar das 0:3, doch Zouaidi zielte vorbei (72.). Recht spät erwachten auch bei den Gastgebern wieder die Lebensgeister. Gruber ballerte mit vollem Risiko drüber (78.), und einen 25-Meter-Schuss von Jens Schüler ließ Torwart Becherer abprallen, doch niemand hatte damit gerechnet (81.).

In der 85. Minute kam Julian Brandt nach einer Kombination über Taglieber und Puscher in Ballbesitz, doch seinen herrlichen Schlenzer lenkte Becherer erstklassig um den Pfosten. Wenig später flog ein Schuss des eingewechselten Daniel Ernst nur knapp über das Tor. Bei den Gästen sorgte der eingewechselte Özcan Özbek noch zweimal für gefährliche Momente und beim TSV hatte Schröter mit einem vom Torwart gehaltenen Schrägschuss die letzte Offensivszene vor diesmal 360 Zuschauern.

Karl Schreitmüller, Trainer des TSV Nördlingen: „Wenn man so viele Chancen liegen lässt wie wir in der ersten Halbzeit, dann braucht man sich nicht wundern, wenn man verliert. Wenn wir am Anfang unsere Tore machen, dann ist das Spiel gelaufen. Mit unserem Chancenwucher haben wir den Gegner aufgebaut. Dieser hatte freilich auch die eine oder andere Chance. Beim Schlenzer von Julian Brandt war die einzige Situation, wo der Gästekeeper sein Können zeigen musste, die anderen Chancen gingen jeweils vorbei. Ein Heimsieg zum Abschluss wäre schön gewesen, aber es bricht deswegen keine Welt zusammen.“

Xhevat Muriqi, Trainer des FC Ismaning: „Wir wussten, dass wir es mit einem guten Gegner zu tun haben. Wir haben in der ersten Halbzeit viele Fehler gemacht und die Gastgeber dadurch aufgebaut. Es hätte zur Pause bereits 2:0 oder 3:0 stehen müssen, oder können, oder dürfen. Beim 0:1 hat der Torwart nicht damit gerechnet, dass der Ball auf dem harten Boden so hochspringt. Aber wenn er rauskommt, dann muss er ihn haben. Man darf nicht vergessen, dass bei uns fünf 18-Jährige spielten.

TSV Nördlingen: Martin; Käser, Schüler, Trautwein (ab 55. Schmidt), Rauser (ab 75. Brandt), Puscher, Grimm, Gruber (ab 80. Pesut), Meyer (ab 65. Ernst), Schröter, Taglieber

FC Ismaning: Becherer; Cevizci (ab 88. Liuzza), Weber, Krizanac, Hofmann (ab 52. Streibl), Wild (ab 46. Kubina), Rohrhirsch, Bux, Bucher, Nishikawa (ab 90. +3 Wolf), Zouaidi (ab 80. Özbek)

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