Bayernliga Süd: TSV bekommt Grenzen aufgezeigt

 
Der TSV Nördlingen (mit Manuel Meyer, vorne in Grün) fand gegen Deisenhofen nicht zu seiner Form. Foto: Dieter Mack

 

18.03.2024 | Quelle: Rieser Nachrichten (Klaus Jais)

Gegen den FC Deisenhofen fehlt den Rieser Bayernliga-Kickern mehr als nur Spielglück. Wie das Fazit von Trainer Karl Schreitmüller ausfällt.

Nach zuletzt überragenden Ergebnissen, die in einen dritten Platz in der Fußball-Bayernliga mündeten, bekamen die Fußballer des TSV Nördlingen im Heimspiel gegen den FC Deisenhofen ihre Grenzen aufgezeigt. Vor 380 Zuschauern verloren die Rieser 0:4 (0:1). Es war nach den Niederlagen gegen Kottern (1:3) und Gundelfingen (2:3) die dritte Heimniederlage und gleichzeitig das erste Heimspiel ohne eigenen Torerfolg.

TSV-Trainer Karl Schreitmüller hatte sich gegenüber der Vorwoche zu einer Änderung in der Startelf entschlossen: Für Mirko Puscher, der während der Woche beim Skifahren war, spielte Jonathan Grimm erstmals in diesem Jahr von Beginn an.

Die Gäste begannen forsch: Bereits nach zwei Minuten fehlte bei einem Distanzschuss von Edeltechniker Yasin Yilmaz nicht viel. Bei den Gastgebern lief es zu Beginn noch ganz ordentlich. Ein exaktes Zuspiel von Manuel Meyer auf Simon Gruber bekam dieser nicht unter Kontrolle und eine Hereingabe von Sasa Maksimovic (er stand unter Beobachtung des FC Ingolstadt) kam zu nah vor das Tor. Große Diskussion nach 31 Minuten: FCD-Torwart Moritz Knauf beging als letzter Mann außerhalb des Strafraums ein Handspiel und hätte nach Meinung zahlreicher Zuschauer eigentlich glatt Rot bekommen müssen. Der insgesamt aber gute Schiedsrichter Sascha Voglgsang (Gruppe München Süd) beließ es bei einer Gelben Karte.

Zwei Minuten später ein starkes Dribbling von Maksimovic mit finalem Zuspiel auf Grimm, doch in dieser Szene war mehr möglich als nur ein Eckball. Das galt auch bei einer Ecke von Jens Schüler, die von Freund und Feind verpasst wurde. Gerade stand Nördlingen noch vor dem Führungstreffer, schon zeigte Gästegoalgetter Michael Bachhuber, wie es gemacht wird: Der zum FC Pipinsried wechselnde Stürmer kam an den Ball, Sololauf und drin war das Ding – sein 12. Saisontor (40.). Eine Zeigerumdrehung später die Großchance für Nördlingen, doch den Rechtsschuss von Simon Gruber parierte Torwart Knauf zur Ecke.

In der zweiten Halbzeit war bei den Gastgebern so etwas wie Spielwitz kaum zu sehen. Einsatzfreude war noch die beste Eigenschaft, auch wenn sie selten zur richtigen Zeit am richtigen Ort ausgeübt wurde. In der 55. Minute fiel das 0:2: Yasin Yilmaz lief von der Mittellinie durch, spielte zusammen mit Lukas Kretzschmar und scheiterte zunächst an Torwart Daniel Martin. Die Kugel fiel ihm jedoch wieder vor die Füße. Weniger Glück hatte Gruber, der nur knapp am kurzen Pfosten vorbeischoss (61.), oder der eingewechselte Mirko Puscher, dessen Flanke sich aufs Tordach senkte (73.). Zu stoisch war freilich das Spiel ohne Ball. Stock- und Abspielfehler brachten immer wieder die Gäste in Ballbesitz. Bereits in der 65. Minute hätte das 0:3 fallen können, als Maxime Schneiker auf Bachhuber spielte, doch Torwart Martin nahm ihm den Ball vom Fuß.

Die Rieser spielten zunehmend planloser und fast nur noch durch die Mitte. Die einzelnen Mannschaftsteile kamen ihren Zuständigkeiten nur sehr eingeschränkt nach und gefühlt jeder zweite Pass landete beim Gegner. Mit dem 0:3 in der 82. Minute war das Spiel endgültig entschieden: Stephan Kopp lief von der Mittellinie an durch und ließ sich selbst von vier (!) Nördlingern nicht aufhalten. Fünf Minuten später fiel sogar das 0:4, als der eingewechselte Paul Schemat einen Abwehrschnitzer ausnutzte. Pünktlich endete das Spiel. Es war ein verdienter Gästesieg.

Karl Schreitmüller, Trainer des TSV Nördlingen: „Es war eines dieser Spiele, wo wir noch ewig hätten spielen können, ohne ein Tor zu schießen. Simon Gruber hatte noch die beste Chance nach dem 0:1, den muss er machen. Bei uns kam keine Ecke durch, außerdem wurde jeder Torschuss oder Freistoß geblockt. Der Gegner präsentierte sich freilich als sehr gute Mannschaft. Lieber einmal verdient 0:4 verlieren als öfters knapp. Der Blick geht nach vorne mit den schweren Aufgaben beim TSV 1860 München II und dem nächsten Heimspiel gegen Tabellenführer TSV Schwaben Augsburg.“

Andreas Pummer, Trainer des FC Deisenhofen: „ Über die 90 Minuten gesehen waren wir die bessere Mannschaft. Es gab nur einen kleinen Wackler, als gleich nach dem 0:1 unser Torwart gegen Gruber super reagierte und den Ausgleich verhinderte. Nach vorne haben wir sehr dominant gespielt, wir haben sogar ein, zwei Chancen liegen gelassen, sodass ich den Sieg auch in der Höhe verdient empfinde. Zum Handspiel meines Torwarts außerhalb des Strafraums nur so viel: Der Schiedsrichter hat entschieden und das haben wir zu akzeptieren.“

TSV Nördlingen: Martin; Käser, Schmidt (ab 61. Puscher), Schüler, Grimm (ab 68. Rauser), Maksimovic, Gruber, Meyer (ab 78. Badjie), Mayer, Taglieber, Schröter

FC Deisenhofen: Knauf; Nickl (ab 46. Köber), Finster, Schneiker, Lippmann, Vordermeier, Bachhuber, Kopp (ab 88. Edenhofer), Kretzschmar (ab 68. Schemat), Gkasimpagiazov (ab 88. Jungkunz), Yilmaz (ab 81. Semmler)

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