Bayernliga Süd: Ein Sieg zum Abschied in die Winterpause

 
Felix Käser traf per Kopf zur 1:0-Führung für den TSV Nördlingen (in Grün), wie das Bild zeigt. Foto: Dieter Mack

 

27. November 2023 | Quelle: Rieser Nachrichten

Gegen Türkspor Augsburg erkämpft sich der TSV Nördlingen eine Pausenführung. Zwei Rote Karten gegen die Gäste besiegeln den Heimsieg.

Von Nico Lutz

Eisige Temperaturen und Schneeregen konnten 340 Zuschauerinnen und Zuschauer am Samstagnachmittag nicht davon abhalten, das letzte Spiel des TSV Nördlingen vor der Winterpause im Gerd-Müller-Stadion anzuschauen. Der TSV belohnte seine Fans mit dem achten Heimerfolg der Saison, ein früher Treffer und zwei Platzverweise gegen die Augsburger in Durchgang zwei spielen den Hausherren dabei in die Karten.

Nach der Auswärtsniederlage in Landsberg veränderte TSV-Trainer Karl Schreitmüller seine Anfangself auf zwei Positionen, Torhüter Alverik Montag wurde zum Jahresende mit einem weiteren Einsatz belohnt, Julian Brandt erhielt den Vorzug gegenüber Manuel Meyer. Ebendieser Brandt bereitete bereits nach sechs Minuten die erste Chance vor, aber Alexander Schröter setzte die Volleyabnahme deutlich am Tor vorbei. Doch wie so oft in dieser Spielzeit ließ das erste Nördlinger Tor nicht lange auf sich warten, in der 10. Minute nickte Felix Käser eine Ecke von Jens Schüler wuchtig an die Unterlatte und ins Tor.

Acht Minuten später erzielte Käser fast seinen zweiten Treffer, hatte dabei jedoch Glück, denn es wäre ein Eigentor gewesen. Eine spät abgefälschte Freistoßflanke köpfte er an den eigenen Pfosten. Der Abpraller landete bei Türkspors Kerem Cakin, der aus fünf Metern eine riesige Chance auf den Ausgleich hatte, doch er schlug zunächst am Spielgerät vorbei und setzte seinen zweiten Versuch neben das Heimtor. Die Gäste strahlten weiter über die Standards des auffälligen Turgay Karvar Gefahr aus, nach einer Ecke schoss Routinier Moustapha Salifou volley daneben.

Aus dem Spiel heraus blieb der TSV die aktivere Mannschaft, Maksimovic und Schröter fanden im Sechzehner bei Ablagen keinen Mitspieler. Erneut war es Sasa Maksimovic, der sich am Sechzehnereck an zwei Mann vorbeidribbelte, sein Abschluss rauschte über das Kreuzeck. Nicht zuletzt aufgrund der typischen Platzverhältnisse zu dieser Jahreszeit unterliefen beiden Teams immer wieder Fehler im Aufbauspiel, die jedoch ohne schwerwiegende Folgen blieben. Eine halbe Stunde war gespielt, als eine Ecke von Karvar direkt an die Latte klatschte. Den zweiten Ball verwertete Cakin artistisch per Fallrückzieher, verfehlte dabei aber knapp das Tor.

Der zweite Durchgang begann flott, auf der einen Seite forderte der TSV einen Handelfmeter, im Gegenzug schoss Cakin am Tor vorbei. Nach 49 Minuten fiel die Vorentscheidung: Bei einem Konter wurde Schröter im Mittelfeld von Salifou schräg von hinten umgegrätscht. Schiedsrichter Yannick Eberhardt aus der Schiedsrichtergruppe München Süd zeigte ihm dafür die Rote Karte – eine vertretbare Entscheidung.

In Überzahl kam der TSV zunächst nur zu Halbchancen. Auf der anderen Seite verteilte der TSV fast ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk an die Gäste: Einen zu kurzen Rückpass grätschte Montag weit vor dem Tor ab, den Chipball von Cakin auf das verwaiste Tor erlief der Schlussmann im Anschluss aber problemlos.

Der TSV kontrollierte das Geschehen, im Spiel nach vorne verhinderten Ungenauigkeiten weitere Chancen. Knapp 15 Minuten vor dem Ende der Partie musste dann auch Türkspor-Kapitän Emre Kurt vorzeitig zum Duschen gehen, gegen Taglieber kam er zu spät und rutschte ihm in den Knöchel. Nur wenige Minuten später nutzte Nördlingen die zweifache Überzahl aus und sorgte für den K.-o.-Schlag. Eine perfekte Flanke von Simon Gruber köpfte Schröter am zweiten Pfosten gegen die Laufrichtung des Torhüters zu seinem achten Saisontor ein, der erste Treffer für Schröter seit dem neunten Spieltag.

Das Ergebnis hätte noch höher ausfallen können, doch auf Vorlagen des eingewechselten Manuel Meyer vergaben Gruber per Kopf und der eingrätschende Maksimovic weitere Chancen, sodass es beim 2:0 blieb.

Karl Schreitmüller, TSV Nördlingen: „Zunächst einmal will ich mich bei unseren treuen Zuschauern für die Unterstützung in der gesamten Runde bedanken. Heute zählt nur das Ergebnis. Auf schwierigem Geläuf haben wir uns in einer klassischen Herbstpartie durchgesetzt, damit sind wir zufrieden. Wir können jetzt monatelang auf einen guten Tabellenplatz blicken, das freut uns. Die Roten Karten waren natürlich entscheidend, das sind keine Tätlichkeiten, aber jeweils unglückliches Einsteigen.“

Ajet Abazi, Türkspor Augsburg: „Eigentlich hat es die Mannschaft nicht verdient, hier zu verlieren. Im ersten Durchgang haben wir viel richtig gemacht, trotz des frühen Rückstandes nach vorne gespielt und Chancen gehabt. Nach dem Freistoß an den Pfosten muss es mit dem Nachschuss 1:1 stehen. Danach entscheiden die Platzverweise das Spiel. Die erste Situation habe ich nicht gesehen, bei der zweiten geht Emre zu aggressiv rein und rutscht weg, das ist einfach unglücklich.“

TSV Nördlingen: Montag, Käser (82. Trautwein), Schüler, Rauser, Taglieber, Grimm, Puscher, Brandt (74. Meyer), Schröter, Gruber (88. Badjie), Maksimovic

Türkspor Augsburg : Unger, Kurt, Katanic (46. Fidan), Demir (85. Karabash), Redier, Salifou, Mitterhuber (80. Halilovic), Aydin, Yarovoi, Cakin (88. Mohamed), Karvar (85. Turan)

TPL_BEEZ2_ADDITIONAL_INFORMATION

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok